Seit 1960 gibt es das Tischtennis Turnier der Tausende (TTT) – bis zur Wende eine Veranstaltung im Ostteil der Stadt. Später hatten die Qualifikationsturniere regen Zulauf auch aus den westlichen Stadtteilen. Vor einigen Jahren sprang der Hauptsponsor ab und die Corona-Zeit ließ das Turnier ausfallen. Der Berliner Tisch-Tennis Verband bemüht sich jetzt seit drei bis vier Jahren, das Turnier zu reaktivieren und wieder populärer zu machen.
Meine persönliche TTT-Geschichte begann irgendwann um 2010 – kurz nach meinen ersten Versuchen im Tischtennis beim Olympischen Sport-Club Berlin. In den ersten Jahren scheiterte ich immer in den Qualifikationsturnieren. Irgendwann schaffte ich dann den Sprung zum Finalturnier. Allerdings waren die Zugangsbeschränkungen damals über Ligazugehörigkeit definiert. So waren da teilweise Spieler mit Bezirksliga-Niveau am Start, die sich aber in der 1. Kreisklasse aufstellen ließen oder in höheren Ligen von Betriebssport oder Kirchensport spielten. Da erreichte ich höchstens einmal das Viertelfinale. Seit einigen Jahren gelten LivePZ/QTTR-Grenzen. Für die Erwachsenenklasse sind das 1400 Punkte.
Im letzten Jahr schaffte ich es in der Senioren-Ü50-Klasse auf das unterste Treppchen. Da musste ich mir in diesem Jahr natürlich ein höheres Ziel setzen. Beim 3. Qualifikationsturnier nahm ich teil und konnte mir durch den Sieg dort einen sehr guten Setzplatz für das Finalturnier erarbeiten.
Aufgrund der großen Hitze am 27.06. traten nicht alle Qualifizierten zum Finalturnier an. Dadurch gab es nur 3 statt 4 Gruppen in meiner Altersklasse. Die Turnierleitung entschied, dass trotzdem nur die beiden Gruppenersten weiterkämen und die beiden Gruppensieger mit der besten Bilanz ein Freilos im Viertelfinale erhielten. Das erste Spiel lief ganz gut (3:0) und ich machte mir Hoffnungen auf das Freilos. Doch die kalte Dusche folgte (1:3). Allerdings sorgte diese nicht für Abkühlung bei gefühlten 35° C in der Halle des SC Siemensstadt, sondern nur für 0 Punkte bei mir und geringere Chancen auf den Gruppensieg und das Freilos. Spiel 3 gewann ich dann wieder mit 3:1. Durch eine klare Niederlage meines Bezwingers gegen den von mir zuvor Bezwungenen stand ich am Ende doch auf Platz 1 der Gruppe und war sogar um einen Satz besser als ein anderer Gruppensieger – Freilos im Viertelfinale.
Halbfinale und zwei Chancen auf einen Platz auf dem Podest, da der 3. Platz beim TTT immer ausgespielt wird.
Halbfinale – schwierig, da der Gegner extrem gute Aufschläge hatte. Irgendwie konnte ich aber auch durch spontane Trainerunterstützung eines Bekannten ein 1:2 in ein 3:2 verwandeln. Da man sich ja bekanntlich immer zweimal sieht, möchte ich hier nur kurz erwähnen, dass mein Gegner aus dem Halbfinale auch mein Finalgegner vom 3. Qualifikationsturnier war. Später im Finale ab Satz 2 coachte mich dann sogar mein Halbfinalgegner. Das ist doch einmal echt nett.
Finale – und mein Gegner aus dem ersten Spiel in der Vorrunde stand mir zum 2. Mal an diesem Tag gegenüber. Mittlerweile hatte er sein Spielsystem viel besser gefunden als im Gruppenspiel. Trotzdem konnte ich wieder 2 Sätze lang mein Spiel durchsetzen. Danach hatte sich mein Finalgegner aber bestens auf mich eingestellt und drückte nun seinerseits 2 Satzgewinne durch. Nun musste ich zeigen, ob ich mein Spiel an die neue Spielsituation anpassen konnte, d.h. Schläger höher beim Block (Dank an meinen spontanen Coach) und selbst aktiver mit Topspin spielen. Das funktionierte dann so gut, dass ich 7:1 in Führung gehen konnte und diesen Vorsprung über die Ziellinie brachte.
Nach 7-8 Litern getrunkenem Wasser und mindestens ebenso viel Schweiß hatte ich mein Ziel erreicht: den Siegerpokal beim 62. Finale des Tischtennis Turniers der Tausende.
ml
